So bewirbt sich der Profi

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Ob per Post oder in digitaler Form: Die schriftliche Bewerbung ist die Grundlage für einen erfolgreichen Start ins Berufsleben. Gerade für Berufseinsteiger stellt sich damit die Herausforderung, den Balanceakt zwischen dem richtigen Maß an Kreativität einerseits sowie einem seriösen Auftreten andererseits zu meistern.

Wer sich auf dem Stellenmarkt für Studienabgänger in den Berufsfeldern Architektur und Bauingenieurwesen umsieht, erhält vor allem in zwei Medien einen umfassenden Überblick über aktuelle Jobangebote. Das sind zunächst die klassischen Printmedien, allen voran die bekannten Fachzeitschriften, deren Inhalte und Stellenangebote passgenau auf die Voraussetzungen und Anforderungen ihrer Leserschaft zugeschnitten sind. Diese verlieren jedoch ihren früher sehr hohen Stellenwert für die Jobsuche immer mehr an das zweite und mittlerweile sehr viel gefragtere Medium – das Internet. Digitale Jobbörsen für zahlreiche Dienstleister bündeln Jobangebote übersichtlich und leicht zugänglich auf ihren Plattformen und stellen für jeden Architekten und Bauingenieur eine wahre Fundgrube dar. Denn gut gepflegte Jobbörsen sind mit ihren Angeboten immer tagesaktuell und bieten dem Studienabgänger zudem einen Zeitvorteil gegenüber klassischen Printanzeigen. Kein Wunder, dass auch die Zeitschriftenverleger dies längst erkannt haben und ebenfalls auf eigenen Internetplattformen mit aktuellen Jobbörsen vertreten sind.
Soziale Netzwerke wie Facebook, Linked In oder Xing mit eigenen Jobbörsen ergänzen das Angebot der Stellenportale und bieten zusätzlich die Möglichkeit, sich auch in beruflicher Hinsicht erfolgreich zu vernetzen – ein nicht zu unterschätzender Vorteil für die eigene berufliche Zukunft.

Es geht auch ohne Angebot

Doch muss man nicht unbedingt warten, bis die eine Stellenausschreibung veröffentlicht wird, auf die man schon immer gewartet hat. Auch Initiativbewerbungen können von Erfolg gekrönt sein, zeigen sie doch ein hohes Interesse des Bewerbers an dem Unternehmen, bei dem er sich aus eigenem Antrieb bewirbt. Dieses sollte allerdings dann auch im Bewerbungsanschreiben deutlich und verständlich formuliert und begründet sein.

Sind schließlich eine passende Stellenausschreibung oder ein passendes Unternehmen gefunden, die den eigenen Fähigkeiten und beruflichen Vorstellungen entsprechen, muss mit der Bewerbung das Interesse des potenziellen neuen Arbeitgebers geweckt werden. Ebenso wie für die Jobsuche selbst stehen auch für die Bewerbung und die Zusendung der Bewerbungsunterlagen meist zwei Alternativen zur Verfügung: zum einen die klassische Zusendung der ausgedruckten Unterlagen per Post, zum anderen die Übermittlung der digitalen Version per E-Mail oder über das jeweilige Jobportal selbst. Dabei gelten im Großen und Ganzen für beide Bewerbungsformen die gleichen Grundregeln. Was bei einer digitalen Bewerbung jedoch auf jeden Fall besonders beachtet werden sollte, ist die eigene Absenderadresse. Seriosität ist notwendig. Wer während seiner Studienzeit auf Spitznamen oder Nicknames zurückgegriffen hat, sollte diese vor Versenden der Bewerbungsunterlagen unbedingt ändern. Das gilt auch für den Text auf dem eigenen Anrufbeantworter, falls sich eine interessierte Firma für die Kontaktaufnahme telefonisch bei den Bewerbern meldet.

Seriös, aber nicht steif

Ähnliches gilt – egal ob es sich um eine digitale oder klassische Bewerbung handelt – für das Bewerbungsfoto. Zunächst einmal ist es sinnvoll, ein solches beizufügen. Denn auch wenn es inzwischen nicht mehr überall zwingend erwartet wird, vermittelt es dem künftigen Arbeitgeber zumindest eine ergänzende Vorstellung zu den eingereichten schriftlichen Unterlagen. Dazu muss das beigefügte Bild aber trotz aller Kreativität, die einen Architekten oder Bauingenieur auszeichnet, absolute Seriosität in Bezug auf die Kleidung, die fototechnische Qualität sowie die eigene Präsentation ausstrahlen. Es empfiehlt sich daher, auf die Kompetenz eines professionellen Fotografen zu vertrauen, der den Bewerber gekonnt in Szene setzt – eine Investition, die sich lohnt.

Liegen die aktuellen Fotos vor, sollten diese ordentlich in den Lebenslauf eingefügt werden. Einmal eingescannt, kann das Bild beliebig im Lebenslauf oder auf dem Deckblatt platziert werden. Das sieht nicht nur besser aus, sondern zeigt auch die Fähigkeit des Bewerbers, digitale Techniken richtig einzusetzen. Eine Kleinigkeit, die jedoch über Erfolg oder Misserfolg entscheiden kann.

Noch ein wichtiger Hinweis zur Form der Bewerbung: Deren Design ist vor allem für Architekten sehr wichtig. Kreativität darf selbstverständlich sein, gehört sie doch untrennbar zum Berufsbild. Diese sollte aber nicht übertrieben werden, denn vor allem die Übersichtlichkeit und Lesbarkeit der Unterlagen gewährleisten die Aufmerksamkeit des Lesers.

Das Interesse wecken

Darüber hinaus ist auch die richtige Form für den Inhalt der Bewerbung entscheidend. Neben einer strukturierten Argumentationsweise fällt zuerst auch die sprachliche Ausdrucksfähigkeit ins Auge: Rechtschreibfehler können wahre Bewerbungskiller sein. Vor allem dann, wenn es sich um Flüchtigkeitsfehler handelt, die durch ein abschließendes Korrekturlesen leicht hätten vermieden werden können. Auch sollten Unterlagen, die per Post eingereicht werden, auf entsprechend hochwertigem Papier gedruckt werden.

Entscheidet sich der Bewerber beim Aufbau der Bewerbung für ein Deckblatt, werden auf diesem neben einer passenden Überschrift alle wichtigen Daten rund um die eigene Person vermerkt und durch das Bewerbungsbild ergänzt.

Als Nächstes folgt das Herzstück der Bewerbung: das Anschreiben oder das Motivationsschreiben. Hier gilt es, kurz und prägnant zu verdeutlichen, warum gerade diese ausgeschriebene Stelle den speziell auf den Bewerber zugeschnittenen Posten bereithält, und so das Interesse des Lesenden zu wecken. An diesem Punkt entscheidet sich meist schon, ob man zu einem persönlichen Gespräch eingeladen wird oder ob die eigenen Unterlagen umgehend auf dem „Abgelehnt“-Stapel landen. Als drittes Schriftstück folgt der tabellarische Lebenslauf, der alle für die berufliche Laufbahn wichtigen und für den künftigen Arbeitgeber interessanten Angaben enthalten muss. Zu Letzteren gehören auch außerberufliche Interessen, die für die angestrebte Stelle einen echten Mehrwert vermitteln können, etwa außergewöhnliche Sprach- und Computerkenntnisse. Abschließend folgen Abschlusszeugnisse und Nachweise für alle Tätigkeiten, die im Zusammenhang mit der beruflichen Aus- und Fortbildung bislang ausgeübt wurden (Studienabschluss, Praktika, Seminare, weitere Bescheinigungen). Auch Planungsbeispiele, etwa aus dem eigenen Studium, machen die Bewerbungsunterlagen komplett.

Haben die Unterlagen überzeugt, folgt das Bewerbungsgespräch mit dem potenziellen Arbeitgeber. Im Vorfeld sollte man sich bereits ausführlich über das Unternehmen sowie dessen aktuelle oder besondere Projekte informiert haben. Im Bewerbungsgespräch selbst ist ein professionelles und insbesondere authentisches Auftreten wichtig. Gute und dem Anlass entsprechende Umgangsformen sollten ebenfalls eine Selbstverständlichkeit sein.  sc

 

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